Für guten und bezahlbaren Wohnraum: Aktive Stadtentwicklung vorantreiben

Viele Menschen geben einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für ihre Wohnung aus, immer mehr können sich ihre Mieten kaum mehr leisten. Auch Ahaus ist von einem starken Mangel an bezahlbarem Wohnraum betroffen. „In allen Ortsteilen fehlen bezahlbare Wohnungen und der bisherige Wohnungsbau reicht nicht aus, um den Wohnungsmangel zu beheben. Wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird, ist der soziale Frieden gefährdet“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dietmar Eisele.

Die Wohnbau Westmünsterland eG hat im Februar eine Analyse vorgestellt, nach der im Stadtgebiet in 2022 454 Wohnungen fehlten. Dieses Wohnungsdefizit hat sich seit 2017 mehr als verdoppelt. „Es ist bekannt, dass in den letzten zehn Jahren so gut wie keine bezahlbaren Wohnungen in Ahaus neu gebaut wurden und viele bestehende Wohnungen aus der Preisbindung herausgefallen sind. Gleichzeitig gewinnt Ahaus auch noch zusätzliche Einwohner*innen, was die angespannte Lage am Wohnungsmarkt noch weiter verschärft,“ erklären die Grünen.

Die Folgen für Menschen in Ahaus sind jetzt schon zu spüren: Wohnungsangebote sind auf dem Mietmarkt drastisch zurückgegangen und kaum noch zu finden, die Mieten steigen von Jahr zu Jahr und der fehlende Wohnraum wird zunehmend auch eine Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, da dringend benötigte Fachkräfte keinen Wohnraum vor Ort finden.

„Ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu sichern, gehört zur Daseinsvorsorge und ist elementare Aufgabe jeder Kommune. Die Grüne Fraktion im Rat hat daher in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert, dass die Stadt aktiv in den Wohnungsbau einsteigen soll, denn Wohnen darf nicht zu einem Luxusgut werden. Doch fehlte diesen Initiativen bisher die Unterstützung der Ratsmehrheit aus CDU und FDP,“ sagt der Fraktionsvorsitzende Eisele. Die Grünen fordern die Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft oder Wohnbaugenossenschaft mit Beteiligung von Bürger*innen. Entweder als städtisches Unternehmen oder auch interkommunal mit weiteren Städten und Gemeinden in der näheren Umgebung, damit die Fördermittel aus der Wohnraumoffensive des Landes endlich auch in Ahaus ankommen.

Die Grüne Fraktion will daher einen neuen Anlauf nehmen, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Dazu soll in den Sommermonaten ein städtischer Wohnungsgipfel eingeladen werden, in der Experten, Verwaltung und Politik Wege aus der Wohnungskrise erörtern. Für die Grünen ist dabei klar, welche wesentlichen Elemente die städtische Wohnungspolitik umfassen soll: „Ahaus muss eine nachhaltige Baulandentwicklung betreiben und zugleich die Vorgaben in den Bebauungsplänen anpassen, damit bezahlbare Wohnungen auch dreigeschossig gebaut werden können. Zudem sollen vorausschauend Brachflächen für bezahlbaren und sozialen Wohnungsbau gewonnen werden. Dies würde auch zu einer Preisdämpfung bei den Grundstückskosten führen,“ erklärt Dietmar Eisele.

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