Endlagersuche nur mit maximaler Transparenz: Es zählen die wissenschaftlichen Fakten

„Wir Grüne in Ahaus sehen die Endlagersuche als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – alle sind gefragt. Die Entscheidung darf nicht nach politischen Einzelinteressen – wie es etwa die bayerische Staatsregierung möchte – getroffen werden, sondern es braucht klare und transparente Regeln, eine wissenschaftliche Basis und überprüfbare Ergebnisse,“ erklärt Jens Steiner, Vorsitzender der Ahauser Grünen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger bei dieser Aufgabe einzubeziehen, die unsere ganze Gesellschaft betrifft. Die Endlagersuche kann nur gelingen, wenn die Menschen vor Ort von Anfang beteiligt sind und gehört werden. „Daher haben wir im Borkener Kreistag auch bereits Ende des vergangenen Jahres erfolgreich angeregt, dass der Kreis Borken das Verfahren intensiv begleitet und darüber auch regelmäßig informiert,“ sagt Steiner, der auch Vorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion ist.

„Bei allem Respekt vor dem gewählten Verfahren und der sogenannten ‚weißen Landkarte‘: die Region, insbesondere das Westmünsterland, hat mit dem Zwischenlager in Ahaus und der Atomfabrik in Gronau schon genug hochriskante Lasten dieses schwarzen Kapitels der deutschen Energiewirtschaft getragen. Von daher ist es schwer vermittelbar, dass wir jetzt auch noch möglicher Endlagerstandort werden könnten,“ ergänzt Dietmar Eisele, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat der Stadt Ahaus. Es ist daher wichtig zu betonen, dass die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zwar auch Flächen im Kreis Borken als möglicherweise geeignet für die dauerhafte Lagerung von Atommüll hält. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Westmünsterland ein geeigneter Standort ist, sondern lediglich, dass die Datenlage einen Ausschluss der Region bislang noch nicht ausreichend hergibt.

Alexandra Schoo, Bundestagskandidatin der Grünen betont: „Wir müssen Verantwortung übernehmen für den Müll, der real existiert, aber auch dafür, dass nicht unendlich weiter Atommüll anfällt. Keine Region, wenn sie denn nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen geologisch geeignet ist, kann sich dem per se entziehen. Deshalb müssen auch alle jetzt vorausgewählten Teilgebiete bei den weiteren Verfahrensschritten mit der gleichen Intensität und Objektivität weiter untersucht werden, um einen Endlagerort nach wissenschaftlichen Kriterien zu ermitteln. Wir Grüne haben Atomkraft immer als gefährliche, teure und klimaschädliche Energieform bekämpft. Und vor allem auch wegen des strahlenden Atommülls, der in Deutschland entstanden ist. Umso wichtiger ist daher jetzt, die Endlagersuche konstruktiv zu begleiten und zu unterstützen. Denn es gibt uns die Möglichkeit, das Zeitalter der Atomkraft abzuwickeln. Wir brauchen ein Ende der Atommülltransporte durch das Münsterland, die Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau und eine Perspektive für die endgültige Schließung des Zwischenlagers in Ahaus – für einen wirklich vollständigen Atomausstieg.“

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